Die Salatschlacht beginnt

Konkurrenz belebt das Geschäft: Im Projekt Eden sind zwei Studenten angetreten zum Duell um den ultimativen Weltraumsalat. Zwei Versuchskammern, zwei Ansätze, eine Frage: Unter welchen Bedingungen wächst das Laborgemüse am besten?

It’s on! Im Eden-Keller ist ein Salat-Battle ausgebrochen. Die Kombattanten: zwei Gäste aus England. David Gyimesi, 22 Jahre alt, studiert Weltraumtechnik in Guildford. Alex Bell, 20 Jahre alt, studiert Elektrotechnik an der Universität Bath. Beide sind schon über ein halbes Jahr bei den Weltraumgärtnern in Bremen. Konkurrenten sind sie erst seit zwei Wochen.

Die Idee kam Projektleiter Daniel Schubert bei einer Teamsitzung Anfang des Jahres. Um den optimalen Wachstumsbedingungen für Space-Salat näher zu kommen, bekam jeder Student eine Zeltkammer zugewiesen. Zwei Wochen lang konnten die beiden nach der perfekten Einstellung für ihren Salat suchen. Wie hoch soll die LED-Lampe im Zelt hängen und wie viele Stunden pro Tag soll sie leuchten? Welche Nährstoffe bekommen die Salate und in welchem Rhythmus sollen sie zugeführt werden? Welche Temperatur und Luftfeuchtigkeit sollen im Zelt herrschen?

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Die Beleuchtung ist schonmal angemessen dramatisch: Alex Bell und Davis Gyemesi (v.li.) im Wachstumslabor des Projekts Eden

„Anders als im Projekt von Anneke (siehe Episode 1) haben Alex und ich völlig freie Hand‟ sagt Gyimesi. Wir erinnern uns: Biologie-Studentin Anneke Höhn sollte nur eine einzige Variable variieren: die Unterlage, auf der der Salat wächst. Graue Pappe, weiße Pappe, Alufolie. Alle anderen Variablen sollten konstant bleiben: Beleuchtung, Nährstoffe, Bewässerung, Temperatur. Unterschiede im Wachstum können so genau auf die Veränderung an dieser Variable zurückgeführt werden. „Im Gegensatz dazu haben wir ein viel größeres Feld von möglichen Kombinationen‟ sagt Gyimesi.

Abseits des Wettkampfs kümmert sich Bell vor allem um die Steuerungs-Software für die Pflanzanlagen, den Großteil seiner Arbeitszeit verbringt er im Tiefgaragen-Labor. Gyimesi kümmert sich um die Mechanik, er kommt nur runter, wenn etwas kaputt, undicht oder ausgefallen ist.

Wer den Wettkampf gewinnen will, der muss beide Felder beherrschen: Die Biologie und die Mechanik. Die Pumpe kann noch so gut halten – wenn die Nährstofflösung falsch ist, verschimmelt der Salat. Umgekehrt helfen perfekte Lichteinstellungen nicht, wenn die Sicherung durchbrennt.

Gyimesi und Bell haben vor einigen Tagen die Samen eingesetzt. Noch sind die Salate extrem klein und der Wettkampf fair. „Es geht darum, die perfekten Bedingungen zu ermitteln, nicht den Wettkampf zu gewinnen‟, sagen die Studenten. Na klar. Also: Ist das jetzt ein Battle oder nicht? „Sobald die Salate größer sind, wird auch die Rivalität wachsen‟, gibt Gyimesi endlich zu. Geht doch. Wer die Nase vorne hat, erfahrt ihr in der nächsten Folge.